zuletzt aktualisiert am April 23, 2021 von Maxwell Harris

Krebs ist mittlerweile zu einer der häufigsten Todesursachen geworden, doch die Krankheit selbst ist sehr vielschichtig, was es schwer macht, ein Patentrezept zur Heilung zu finden. Betroffene sind daher gefordert, selbst nach alternativen Heilmitteln zu suchen, die eine schulmedizinische Therapie ergänzen. Zahlreiche Studien geben mittlerweile Anlass zur Hoffnung, dass Cannabis in der Krebstherapie eine Schlüsselfunktion einnehmen kann. Hoffnungen ruhen dabei besonders auf Cannabisöl gegen Krebs, einmal als Naturheilmittel zur Unterstützung der Heilung der Krankheit selbst, zum anderen, um die Symptome abzumildern. Cannabis ist dabei kein Tabuthema mehr, denn seit 2017 können Ärzte in Deutschland ihren Patienten Medikamente auf der Basis von Cannabis verschreiben.

Was ist Krebs?

Krebs ist eine Krankheit, mit der in der Medizin ein bösartiger Tumor bezeichnet wird, der durch abnormes Zellwachstum entstanden ist. Indem sich Tochtergeschwulste, die sogenannten Metastasen, bilden, führt Krebs ohne entsprechende Behandlung unweigerlich zum Tod. Jedes Organ im Körper kann von Krebszellen befallen werden, bei der Entstehung der Krankheit spielen sowohl genetische als auch externe Faktoren wie Rauchen oder die Arbeit mit karzinogenen Stoffen eine Rolle. Die Krebsart selbst ist abhängig von Alter und Geschlecht, aber auch die Region kann Einfluss haben. In Deutschland sind Darm- und Lungenkrebs sowie bei Frauen Brustkrebs und bei Männern Prostatakrebs am häufigsten. Die Behandlungsmöglichkeiten sind bei den einzelnen Krebsarten unterschiedlich. Je nachdem, welches Organ befallen ist, bilden sich Metastasen schneller und auch die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt. Zu den klassischen Symptomen bei Krebs zählen Appetitlosigkeit und dramatischer Gewichtsverlust sowie chronische Schmerzen. Hinzu kommen permanente Übelkeit, Veränderung des Körperschemas und Energielosigkeit.

Die schulmedizinische Behandlung von Krebs

Durch die Entnahme einer Biopsie kann der Arzt die Krebsart feststellen. Bei den meisten Krebsarten schließt sich daran eine Operation an, entweder, um den Tumor zu entfernen oder es erfolgt eine Entleerung, falls die Geschwulst hohen Druck auf umliegende Organe ausübt. Der Eingriff ist nicht immer groß, manche Tumore lassen sich durch minimale invasive Chirurgie entfernen. Um die Geschwulst herum wird gesundes Gewebe, aber auch Lymphknoten weggeschnitten, um sicher zu gehen, dass vom Krebs nichts übrig geblieben ist. Im Anschluss an die Operation ist es notwendig, eine mehrwöchige Strahlentherapie durchzuführen, um noch vorhandene Krebszellen abzutöten oder ihr Wachstum zu verlangsamen. Da bei dieser Bestrahlung auch gesunde Zellen abgetötet werden, fühlen sich die Patienten dadurch extrem erschöpft. Bei der Chemotherapie werden die bösartigen Zellen medikamentös abgetötet, die Methode wird bereits seit den 1940er Jahren angewandt. Mehr als 100 verschiedene Präparate sind heute im Einsatz, die unterschiedlich wirken. Manche bauen gefälschte Bausteine der DNA in die Zellen des Tumors ein. Andere verkleben die Stränge der DNA oder hindern die am Aufbau der DNA beteiligten Enzyme an ihrer Arbeit. Zudem gibt es Medikamente, die den Zellstoffwechsel stören und so verhindern, dass Krebszellen aufgebaut werden. Manche Krebsarten können mit der Immuntherapie behandelt werden. Lebende Organismen werden verabreicht, um das Immunsystem zu stimulieren. Die Nebenwirkungen ähneln der Grippe. Ergänzend wird oft eine Hormontherapie durchgeführt, durch Medikamente oder Injektionen wird erreicht, das Wachstum von Krebszellen zu verhindern oder wenigstens zu verlangsamen. In Kombination mit anderen Therapieansätzen wird durch solche Maßnahmen versucht zu verhindern, dass der Krebs den Körper wieder befällt. Neben Übelkeit und Durchfall greift die Hormontherapie jedoch die Knochen an. Durch Hyperthermie kann lokal oder am ganzen Körper versucht werden, die Arbeit der gesunden Zellen zu unterstützen. Diese Wärmebehandlungen werden entweder von außen durchgeführt oder durch eine dünne Nadel, die eingeführt wird und Wärmeenergie direkt an den Tumor abgibt.

Kann Cannabis gegen Krebs helfen?

Einige Krebsarten sind, wenn sie im Frühstadium entdeckt werden, sehr gut heilbar. Andere sind derart aggressiv, dass Therapien nur noch versuchen können, das Leiden abzumildern. Cannabis kommt in der modernen Krebstherapie eine wichtige Rolle zu, die auch immer mehr von der Schulmedizin anerkannt wird. Dabei wurde bereits bei ersten Laborversuchen in den 1950er Jahren festgestellt, dass Cannabis gegen Tumore wirken kann, allerdings sind die Forschungsarbeiten bis heute nicht abgeschlossen. Es gibt jedoch mehr als vielversprechende Laborversuche. So wurde isolierte Krebszellen in einer Petrischale durch Cannabis abgetötet. Der aus der Hanfpflanze gewonnene Stoff Tetrahydrocannabinol (THC) wurde synthetisch hergestellt und konnte unter dem Namen Dronabinol das Wachstum von Leukämiezellen hemmen. Auch andere Krebszellenarten reagierten im Labor auf den Einfluss von Cannabinoiden. Eine Studie mit neun Hirntumorpatienten konnte zeigen, dass THC das Wachstum der Krebszellen unterdrückte. THC wurde direkt in den Tumor injiziert. Auch CBD ist wie THC in der Lage, bestimmte Rezeptoren im Körper zu aktivieren, was eine direkte Auswirkung auf das Immunsystem und das zentrale Nervensystem hat. Um den Mechanismus zu verstehen, hilft es, die Struktur einer Zelle zu betrachten. Die Sphingoliptide haben in der Zelle die Aufgabe, Entwicklung und Absterben zu koordinieren. Sie regeln ebenfalls die Produktion eines Stoffes namens Ceramid, der zur Gruppe der Metabolite gehört, und in sehr hoher Konzentration für den Zelltod sorgt. Ist in einer Zelle wenig Ceramid enthalten, bedeutet dies eine gesunde Struktur. Der programmierte Zelltod setzt normalerweise automatisch ein, wenn eine Zelle von Krankheitserregern befallen oder defekt ist. Bei Krebs ist dieser Mechanismus jedoch ausgehebelt, weshalb die befallenen Zellen sich unkontrolliert vermehren können. Hier kommen die Cannabidiol-Rezeptoren ins Spiel, über die jede Zelle im Körper verfügt.

Tierversuche geben Hoffnung beim Einsatz von Cannabis gegen Krebs

Wird CBD verabreicht, zum Beispiel in Form von Cannabisöl, wird die Ceramidproduktion angekurbelt und es kommt zum Angriff auf die Mitochondrien, die für die Energiezufuhr in der Zelle sorgen. Es ereignet sich, angestoßen von CBD, der Zelltod, der medizinisch als Apoptose bezeichnet wird. Cannabinoide sollen ebenfalls in der Lage sein, den Anschluss eines Tumors an neu gebildete Blutgefäße zu verhindern. Das Wachstum des Tumors kann so gestoppt werden, denn zur Ausbreitung werden Nährstoffe benötigt. Wird die Versorgung unterbrochen, kann dies langfristig zum Absterben des Tumors führen. Trotzdem wäre es verfrüht, von Cannabis als Heilmittel gegen Krebs zu sprechen, dazu sind weitere klinische Studien notwendig. Tierversuche geben jedoch Anlass zur Hoffnung. So bekamen Ratten und Mäuse über den Zeitraum von mehreren Jahren täglich Cannabis injiziert, wobei den einzelnen Tieren unterschiedlich hohe Dosierungen verabreicht wurden. Von den Ratten, die kein Cannabis bekamen, lebten nach zwei Jahren weniger als die Hälfte. Die Überlebensrate der Tiere, die Cannabis erhalten hatten, lag hingegen bei über 70 Prozent. Die geringere Sterblichkeit der Ratten lag vor allem daran, dass sich bei den Ratten der Cannabisgruppe seltener Krebserkrankungen an der Bauspeicheldrüse, den Hoden, der Brustdrüsen und der Leber entwickelt hatten. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Spanien ging der Frage nach, ob bereits bestehende Tumore mit Cannabis behandelt werden können.

An 45 Ratten wurde ein schnell zum Tode führender Hirntumor herbeigeführt, der aktuell immer noch als unheilbar gilt. Ein Drittel der Ratten erhielt natürliche Cannabiswirkstoffe, ein weiteres Drittel synthetisches Cannabinoid und der Rest der Tiere gar keine Medikation. Die unbehandelten Ratten starben bereits nach 18 Tagen. Bei den Nagetieren, die Cannabinoide, die auch in CBD Öl enthalten sind, erhalten hatten, wurde bei einem Drittel der Tumor vollständig zerstört. Bei den meisten anderen Ratten verlängerte sich immerhin die Überlebensdauer signifikant, wobei manche auch direkt starben. Die Ergebnisse der Studie waren so vielversprechend, dass versucht wurde, diese Methode auf Patienten mit Hirntumoren zu übertragen, bei denen konventionelle Therapien bislang keinen Erfolg gebracht hatten. Die Studienteilnehmer überlebten trotz der Schwere ihrer Erkrankung mindestens ein halbes Jahr, zwei aus der Gruppe sogar ein Jahr. Vergleicht man diese Ergebnisse mit anderen Therapien bei diesem Krankheitsbild, liegt die Vermutung nahe, dass die Kombination CBD Krebs sich hier als effektiv herausgestellt hat. Die Forscher betonen jedoch, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh sei, weitreichende Aussagen zu treffen. Die Kombination CBD Krebs hat sich jedoch unzweifelhaft als effektiv herausgestellt, vor allem in der Bekämpfung von Symptomen, die eine Krebserkrankung oder deren Therapie begleiten.

CBD gegen Nebenwirkungen in der Krebstherapie

Die verschiedenen Krebstherapien haben zum Teil gravierende Nebenwirkungen, die von Schwindel über Durchfall und Übelkeit bis hin zu Erschöpfungszuständen, Schlaflosigkeit und Symptomen von Demenz reichen. Neben der Krebserkrankung selbst ist der ohnehin schon geschwächte Körper gefordert, auch noch mit diesen Begleiterscheinungen fertig zu werden. Cannabis hat sich als schnelle und wirksame Hilfe gegen die typischen Nebenwirkungen einer schulmedizinischen Krebstherapie erwiesen. Mittlerweile liegen hier auch entsprechende Studien vor. Im Rahmen einer Studie, die Gewichtszunahme von Krebspatienten untersucht hat, wurden pro Tag 0,1 mg Cannabiswirkstoff pro kg Gewicht verabreicht. 16 von 34 Patienten verzeichneten eine durchaus signifikante Zunahme gegenüber der Gruppe, die Placebo erhalten hatte. Eine Kontrollstudie bestätigte das Ergebnis. 13 von 18 Teilnehmer, die über den Zeitraum von einem Monat dreimal am Tag 2,5 mg Cannabiswirkstoffe erhielten, bemerkten einen gesteigerten Appetit und dadurch bedingt auch eine Gewichtszunahme. Keine Gewichtszunahme, jedoch kein weiterer Verlust an Körpermasse, erfolgte im Rahmen einer Studie, die mit dem Cannabisprodukt Dronabibol durchgeführt wurde. Im Frühstadium der Erkrankung scheint die ergänzende Einnahme von Mitteln wie Cannabisöl den Appetit eher anzuregen als in der späteren Verlaufsphase. Im Stadium III der Erkrankung konnte bislang keine Zunahme mehr beobachtet werden. Übelkeit und Erbrechen werden ebenfalls durch die Gabe von Wirkstoffen wie THC und CBD unterdrückt. Wird die Schleimhaut im Mund durch Chemo- oder Strahlentherapie geschädigt, kann Cannabidiol die entzündete Mundflora beruhigen und Schmerzen lindern. Schlafstörungen. Ängste und Depressionen sind häufige Begleiter bei Krebs. Cannabidiol erhöht Serotonin und Glutamat im Gehirn, was zur Anhebung der Stimmung führt. 30 mg pro Tag helfen laut einer Studie mit 50 Teilnehmern gegen Ängste und negative Gedanken.

Cannabisöl ergänzt die Krebstherapie

Zur alleinigen Bekämpfung von Krebs reichen Cannabisprodukte nicht aus. Doch hat sich an vielen Fallbeispielen in der Praxis gezeigt, dass die Krankheit schneller verschwand und Nebenwirkungen weniger drastisch erlebt wurden, wenn Cannabis zum Einsatz kam. Berühmt geworden ist der Fall des Kanadiers Rick Simpson. Der mixte ein Öl zusammen, das aus purem THC bestand. In dem Film “Run from the cure” werden die heilenden Effekte dieses Öls dokumentiert. Der hohe Gehalt an psychoaktiven THC macht eine Verwendung in Deutschland jedoch schwer. Cannabis kann seit März 2017 in Deutschland in der Apotheke bezogen werden, eine Ausnahmegenehmigung ist nicht mehr erforderlich. Am Arzt führt trotzdem kein Weg vorbei, denn der muss Cannabis verschreiben. Sind die Patienten schwer erkrankt, übernehmen die Kassen die Kosten. Eine gute Alternative zu THC-haltigen Mitteln sind Öle mit CBD: Im Gegensatz zu THC wirkt CBD oder Cannabidiol nicht psychoaktiv und ist somit überhaupt nicht von irgendwelchen Gesetzen und Beschränkungen betroffen. CBD wird als Medizin, als Nahrungsergänzungsmittel und als Kosmetikprodukt, in der Regel in Öl form, eingenommen. Gemäß § 2(3) des Deutschen Arzneimittelgesetzes handelt es sich bei CBD nicht um ein Arzneimittel , sondern um einen pflanzlichen Rohstoff, der bei der Förderung der Ernährung zum Einsatz kommt, die Kosten werden in diesem Falle, auch bei einer Krebsbehandlung, nicht von der Krankenkasse erstattet. Manche Ärzte planen die Einnahme von CBD mit dem Patienten zusammen, andere Erkrankte suchen auf eigene Faust nach Ergänzungen zur schulmedizinischen Therapie. Das Öl wird aus Hanfsorten hergestellt, die wenig bis keinen THC-Gehalt aufweisen. Es hat eine anti entzündliche, antidepressive und krampflösende Wirkung, was es für die Behandlung von mit Krebs verbundenen Nebenwirkungen prädestiniert.

Dosierung von CBD bei Krebs

Cannabisöl gegen Krebs alleine hilft nicht, führt aber eine Linderung der Symptome herbei. In Ölform ist es leicht, die tägliche Dosis Cannabidiol einzunehmen. Die Basis des Cannabidiolöls besteht aus einer extrem CBD-haltigen Paste, die aus der Hanfpflanze extrahiert wird. Diese Paste wird zusammen mit Hanf- oder Olivenöl raffiniert und so zur Einnahme aufbereitet. Die Fläschchen sind in der Regel mit einer Pipette versehen, was die Dosierung sehr leicht macht. Cannabidiol kann so direkt unter die Zunge geträufelt oder im Mix mit anderer Medizin und sogar Speisen verabreicht werden. Die Empfehlung einer Dosierung ist schwierig, denn die Behandlung mit CBD ist individuell und hängt ab von der Person und dem Krankheitsbild. CBD Öl ist zudem nicht gleich CBD Öl, die auf dem Markt erhältlichen Sorten haben eine ganz unterschiedliche Zusammensetzung an CBD und THC. Mehr CBD und weniger THC muss nicht automatisch besser als die umgekehrte Variante sein. Um herauszufinden, wie man auf das Öl reagiert, ist der Beginn mit einer niedrigen Dosis empfehlenswert. Kleine Dosen über den Tag verteilt sind besser als eine große. Cannabinoid hat biphasische Eigenschaften, was bedeutet, dass eine hohe Dosis CBD weniger wirkungsvoll sein kann als eine niedrige. Die Wahl der Cannabinoide im Öl und ihr Verhältnis zueinander hängt letztendlich auch vom Krankheitsbild ab, bei Krebs ist ein höherer Anteil an THC in der Mischung durchaus sinnvoll.

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